RESEVIERUNGEN: Ing. Herbert Kisser
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Woher kommt der Name „Doktorhaus"?

Josef Kisser war im 18. Jahrhundert Weinhauer in Fahndorf und zeugte mit Anna Höpfner aus Minnichhofen 8 Kinder.
Der älteste Sohn Josef machte das Doktorat und wurde später Domherr zu St. Stephan. Sein Name steht in der Aula der Universität Wien. Sein zweiter Sohn Johann Evangelist zeugte mit Anna Maria, geb. Wachter viele Kinder. Sein Sohn Josef wiederum machte das Doktorat und wurde Senatspräsident des Oberlandesgerichtshofes. Er zeugte mit Josefa geb. Feltl fünf Söhne, darunter meinen Großvater als Zweitgeborenen, und eine Tochter, welche aber bereits im Alter von 6 Monaten starb. Die Laufbahn der fünf Brüder war sehr erfolgreich. Der Älteste Dr. Johann Kisser, dann mein Großvater o. Prof. Dr. DDr.h.c. forest Josef Kisser, Dr. med. Franz Kisser, Dr. Alois Kisser und Dr. Karl Kisser. Der Bruder meines Großvaters wurde Arzt und hatte in Wien seine Wohnung und seine Ordination. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren lebte seine Familie in Fahndorf und er war unter der Woche in Wien.
Nachdem die medizinische Versorgung am Land in diesen Jahren mehr schlecht als recht war, kamen die Menschen von Fahndorf zum Haus Nr. 3, wenn Ihnen etwas fehlte. Eben zum Kisserdoktor. Dabei versorgte seine Frau, die Tante Minni, die Bevölkerung. Eines Tages, an einem Wochenende, benötigte wiederum jemand die Hilfe des „Doktors“. Der echte Doktor Kisser schickte sich an mit seiner Arzttasche zu den Betreffenden zu gehen, als ihm von seiten des Patienten mitgeteilt wurde: „Na! Sie woi ma net! De Frau Doktor wü ma ham!“ Mein Großvater war Professor für Botanik an der damaligen Hochschule (jetzt Universität) für Bodenkultur und verbrachte meistens die Sommermonate, bis zu seinem Tod im Jahre 1984 in Fahndorf. Er wurde viermal zum Rektor der Alma mater viritas gewählt. Sein Name steht im Hauptgebäude der Universität für Bodenkultur.